Bluthochdruck (arterielle Hypertonie) ist eine der häufigsten chronischen Erkrankungen in Deutschland. Dabei ist der Druck, mit dem das Blut durch die Blutgefäße fließt, dauerhaft erhöht. Viele Betroffene merken davon lange Zeit nichts – dennoch kann ein unbehandelter Bluthochdruck ernsthafte gesundheitliche Folgen haben. Ist der Blutdruck, mit dem alle Organe ausreichend mit Sauerstoff und Nährstoffen versorgt werden sollen, über längere Zeit zu hoch, werden Herz und Blutgefäße stark belastet. Umso wichtiger ist es, Bluthochdruck frühzeitig zu erkennen und gut zu behandeln.
Was ist Bluthochdruck?
Von Bluthochdruck spricht man, wenn die Blutdruckwerte dauerhaft über den empfohlenen Normalwerten liegen. Gemessen werden zwei Werte: der systolische Blutdruck (oberer Wert), der den Druck beim Zusammenziehen des Herzens angibt, und der diastolische Blutdruck (unterer Wert), der den Druck in der Entspannungsphase beschreibt.
In den meisten Fällen handelt es sich um eine sogenannte primäre (essenzielle) Hypertonie. Dabei lässt sich keine einzelne Ursache feststellen; vielmehr spielen mehrere Faktoren wie genetische Veranlagung, Lebensstil und Alter zusammen. Seltener liegt eine sekundäre Hypertonie vor. Diese entsteht als Folge anderer Erkrankungen, zum Beispiel von Nieren- oder Hormonerkrankungen, oder durch bestimmte Medikamente.
Symptome eines Bluthochdrucks früh erkennen – wann sollte ich zum Arzt gehen?
Bluthochdruck verursacht häufig lange Zeit keine oder nur unspezifische Beschwerden. Mögliche Anzeichen können sein:
Da diese Symptome auch viele andere Ursachen haben können, bleibt Bluthochdruck oft unentdeckt. Deshalb sind regelmäßige Blutdruckmessungen wichtig – insbesondere bei Risikofaktoren oder im Rahmen von Vorsorgeuntersuchungen.
Risiken & Komplikationen: Warum eine gute Blutdruckeinstellung wichtig ist
Ein dauerhaft erhöhter Blutdruck schädigt auf lange Sicht Blutgefäße und Organe. Zu den möglichen Folgeerkrankungen zählen unter anderem:
Diese Komplikationen entwickeln sich meist schleichend über Jahre. Eine gute Blutdruckeinstellung, regelmäßige Kontrollen und die Behandlung weiterer Risikofaktoren wie Diabetes oder Fettstoffwechselstörungen sind daher zentrale Bestandteile der Therapie.
Prävention & Risikofaktoren: Wie Sie Bluthochdruck vorbeugen können
Zu den wichtigsten Risikofaktoren für Bluthochdruck gehören:
Viele dieser Faktoren lassen sich positiv beeinflussen. Leitlinien empfehlen insbesondere:
Schon kleine Veränderungen im Alltag können dazu beitragen, den Blutdruck zu senken oder eine Hypertonie zu vermeiden.
Diagnose und Tests: Was bedeuten die Untersuchungen?
Die Diagnose eines Bluthochdrucks erfolgt in erster Linie durch wiederholte Blutdruckmessungen. Einzelne Messungen reichen nicht aus, da der Blutdruck natürlichen Schwankungen unterliegt.
Zum Einsatz kommen unter anderem:
Ergänzend können Blut- und Urinuntersuchungen sowie ein EKG sinnvoll sein, um Risikofaktoren und mögliche Folgeerkrankungen zu erkennen. Ihr Hausarzt oder Ihre Hausärztin bespricht die Ergebnisse mit Ihnen und erklärt das weitere Vorgehen.
Behandlung & Selbstmanagement
Die Behandlung des Bluthochdrucks richtet sich nach der Höhe der Werte, vorhandenen Risikofaktoren und Begleiterkrankungen. Zentrale Bestandteile der Therapie sind:
Ein wichtiger Bestandteil ist das Selbstmanagement. Dazu gehören das korrekte Messen des Blutdrucks zu Hause, das Dokumentieren der Werte und die regelmäßige Einnahme verordneter Medikamente.
Mehr Tipps und individuelle Empfehlungen erhalten Sie im persönlichen Gespräch mit Ihrer Hausärztin oder Ihrem Hausarzt.
Unser Tipp: Wie messe ich meinen Blutdruck richtig?
Für aussagekräftige Blutdruckwerte ist die richtige Messung entscheidend. Messen Sie den Blutdruck in Ruhe, idealerweise nach fünf Minuten entspanntem Sitzen. Setzen Sie sich aufrecht hin, stellen Sie beide Füße flach auf den Boden und legen Sie den Messarm locker auf Herzhöhe ab. Während der Messung sollten Sie nicht sprechen.
Verwenden Sie möglichst ein geprüftes Oberarm-Blutdruckmessgerät. Messen Sie am besten morgens vor der Medikamenteneinnahme und abends, jeweils zwei Messungen im Abstand von ein bis zwei Minuten. Notieren Sie die Werte oder speichern Sie sie im Gerät. Bringen Sie die Aufzeichnungen gerne zum nächsten Termin in Ihre Hausarztpraxis mit.